• Chris

Das derbe Dutzend: Zwölf Neue für die KSV! (Teil 2)

Aktualisiert: 6. Nov 2019

Im ersten Eintrag unseres frischen Blogs haben wir die erste Hälfte der Holsteiner Frischlinge für die Saison 2019/20 beleuchtet. Hier geht es nun weiter mit der zweiten Hälfte, damit ihr am Samstag im Stadion auch wirklich jeden Spieler der KSV-Elf auf der Pfanne habt.


Michael Eberwein: Ob man eine bessere fußballerische Ausbildung in Deutschland haben kann als der 23-Jährige? Ausgebildet wurde Eberwein im Nachwuchs des FC Bayern München. Zu Zeiten Pep Guardiolas durfte sich der Offensivspieler in Testspielen des Rekordmeisters beweisen. Nachhaltig für den Profikader ins Gedächtnis rufen, konnte er sich aber nicht und wechselte daher erst einmal in die zweite Mannschaft des großen Rivalen Borussia Dortmund. Aber auch dort reichte es trotz Leistungsträgerschaft und guter Scorer-Ausbeute in der Regionalliga West nicht dazu, sich in die Profiabteilung zu spielen. So machte Eberwein konsequenter Weise den nächsten Schritt Richtung Fortuna Köln. Bei den Südstädtern tat er sich ebenfalls direkt als Stammkraft und offensive Allzweckwaffe hervor. Den bitteren Abstieg verhindern, konnte auch er jedoch nicht. Aber seine Leistungen sorgten am Ende dafür, nicht den Gang in Liga vier mit antreten zu müssen, sondern nun sein Glück in der 2. Liga versuchen zu dürfen.


Dass ihm das direkt als Stammspieler vergönnt sein wird, darf ob der großen Konkurrenz im Mittelfeld erst einmal bezweifelt werden. Eberwein bewies sich in den Tests als gute Alternative, erste Optionen für die diversen Positionen in der Offensive werden vorm ersten Spieltag aber andere sein. Trotzdem dürfte zu erwarten sein, dass Eberwein gute Möglichkeiten auf einige Einsatzzeiten bekommen wird, sodass er sich auch außerhalb der Trainingseinheiten im Pflichtspielbetrieb hin und wieder aufdrängen kann.


Emmanuel Iyoha: Dritte Leihstation in Folge für den bei Fortuna Düsseldorf unter Vertrag stehenden Stürmer. Nachdem Iyoha aus der Düsseldorfer Jugend zu den Fortuna-Profis hochgezogen wurde und sich dort beweisen sollte, ging es in der Saison 2017/18 für ihn ein Jahr nach Osnabrück in die 3. Liga. Beim VfL konnte er sich auch durchsetzen, seine Torgefährlichkeit (4 Tore in 25 Spielen) hatte aber noch einige Luft nach oben. In der folgenden Saison hieß das neue Ein-Jahres-Ziel dann Erzgebirge Aue. Und auch in Liga zwei setzte er sich als Stammspieler durch. Wenngleich seine Torausbeute (3 Tore in 29 Spielen) weiterhin zu wünschen übrig ließ. Vielmehr tat er sich mit 7 Assists als Vorlagengeber hervor. Das brachte ihn dann auch in den Kader der deutschen U21. Nachdem er zuvor bereits einige Male das Trikot der U19 und U20 trug, durfte er jetzt auch zweimal für die U21 ran. Wie Janni Serra musste aber auch Iyoha, der vor seiner Leihe nach Kiel bis 2022 bei der Fortuna verlängerte, die Nachricht schlucken, dass er im Sommer 2019 nicht zum EM-Kader zählte.


Seine Karriere in der U21 soll aber noch nicht zu Ende sein. Laut KN-Bericht träumt Iyoha von einer Teilnahme bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Dafür wäre Holstein dann die Bühne, auf der sich mit besten Leistungen präsentieren will und muss. Die Saisonvorbereitung kann er dabei als durchaus erfolgreich abhaken. Seine Leistungen in den Tests haben den 1,91-Mann durchaus als Mittelstürmer Nummer Eins ins Spiel gebracht. Sollte Schubert eine Doppelspitze für den Start gegen Sandhausen bevorzugen, so dürfte Iyoha für die Startelf gesetzt sein. Setzt der Trainer auf eine Variante mit einem Stoßstürmer wird die Frage kribbeliger. Immerhin könnte Serra aufgrund seiner bereits erzielten Holstein-Treffer anfangs die Nase vorn haben. Aber es wäre ja auch noch ein Platz auf dem Flügel für den 21-Jährigen.


Finn Porath: Geprägt im HSV-Nachwuchs versprach man sich in der Hansestadt viel vom Talent Poraths. Schon in der U17 begann er für einigermaßen Furore zu sorgen und kam so auch zu ganzen 14 Spielen in Deutschlands U17-Nachwuchs. Doch war es im nie vergönnt, sich langfristig bei den HSV-Profis ins Spiel zu bringen. Es kam 16/17 zu einem Kurzeinsatz und ansonsten nur zu einigen Kadernominierungen. Im Anschluss dann die zweijährige Leihe zur SpVgg Unterhaching. In 60 Partien setzten die Hachinger darauf, dass er seine Antrittsschnelligkeit zumeist über die linke Seite beweisen sollte. Dazu hat er auch immer wieder sein Können auf der Acht gezeigt. Allein seinen Stammverein hat es scheinbar nicht ausreichend überzeugt, sodass man den 22-Jährigen trotz noch laufenden Vertrages nach Kiel ziehen ließ.


Zu Beginn wirkte es durchaus so, als dass Finn Porath der Neuzugang sein könnte, der sich am weitesten hinten in der Schlange anstellen müsste. Doch in den letzten Zügen entwickelte er sich als eine ernsthafte Option für die Startformation. So startete er auch im letzten Test gegen Sheffield Wednesday und steht nun ganz klar auf der Matte, um Samstag seinen Platz neben Mühling im Mittelfeld einzunehmen. Und das dann eben auf der Acht.


David Atanga: Er könnte durchaus der Neuzugang mit dem größten Potenzial sein. Über die Fußballakademie von Red Bull Ghana kam der damals 18jährige Atanga 2015 zum FC Liefering nach Österreich. Der Salzburger Stadtteilklub fungiert seit geraumer Zeit als Farmteam von Red Bull Salzburg, um dem großen Bruder Talente zu liefern. So eben auch Atanga, der nach einem halben Jahr in Lieferung zu eben jenem RB ging. Eingeschlagen hat er dort aber nicht gleich, sodass er nach einem Jahr erst einmal in Deutschlands 2. Liga verliehen wurde. Aber auch beim 1. FC Heidenheim konnte er sich nicht so recht beweisen. Nach nur fünf Einsätzen war zur Winterpause schon wieder Schluss und seine Ausleihe wurde beim SV Mattersburg in der österreichischen Bundesliga fortgesetzt. Dort avancierte er dann vor allem in der zweiten Hälfte der Rückrunde zu einem Leistungsträger. Im Anschluss folgte ein nächster Versuch bei den roten Bullen. Aber auch dieser war für beide Seiten wenig befriedigend. Aus diesem Grunde ging es zur Rückrunde 17/18 nach St. Pölten, wo Atanga dann durchaus überzeugte (5 Tore, 2 Vorlagen in 13 Partien).


In der letzten Saison hieß die Leih-Station dann Greuther Fürth und viele Kieler können sich wahrscheinlich noch an das Hinspiel erinnern, als Atanga beim 1:4 in Fürth seinen Mitspielern gleich drei Buden aufgelegt hat. Und auch ansonsten gehörte er in einem über die Saison gesehen schwachen Kleebatt-Team zu den wenigen spielerischen Lichtblicken. Nun also Holstein Kiel! Und das nicht verliehen, sondern mit einem Drei-Jahres-Vertrag ausgestattet. Das Portal Transfermarkt gibt in David Atangas Profil eine Ablöse von einer halben Million an. Und die dürften sehr gut investiert worden sein.


Aleksandar Ignjovski: Mit dem ehemaligen serbischen Nationalspieler (12 Länderspiele) hat sich die KSV einiges an Erfahrung an Bord geholt. 2009 begann für Ignjovski mit einer zweijährigen Leihe zu 1860 München das Abenteuer Profifußball in Deutschland. Und scheinbar gefiel es ihm so gut, dass es ihn kurz nach seiner Rückkehr zum OFK Belgrad direkt zum SV Werder nach Bremen zog. Von dort aus ging es im Zweijahres-Takt über Frankfurt nach Freiburg. Eines hatten diese drei Stationen gemein: Wirklich durchsetzen konnte er sich nicht. Auch wenn er auf 117 Einsätze im Oberhaus zurückblicken kann. Die letzte Saison trug er dann 17 Mal das Trikot des Ligakonkurrenten 1. FC Magdeburg. Eine Ellenbogenverletzung verhinderte mehr Einsätze. Dabei war er durchaus als Stütze des FCM im Kampf gegen den Abstieg gedacht.


Nun soll sich der flexible Kicker in der Defensive der KSV verdient machen. Und nach der Verletzung von Jannick Dehm könnte seine Verpflichtung auch umso wichtiger gewesen sein: Sei als Option auf der Sechs, von der Hauke Wahl nun wieder zurückgezogen wurde oder sei es auf hinten rechts, wo allem Anschein nach erst einmal Phil Neumann der Ersatz von Dehm sein wird, Ignjovski aber mit Sicherheit auch ein ernstes Wörtchen in Sachen Stammformation mitreden wird.


André Schubert: Neue Saison, neuer Trainer - und das zum zweiten Mal in Folge. Nachdem man die letzte Saison mit einem Neuling im Profibereich begann, der seinerseits jemanden beerbte, für den Holstein auch seine erste Profistation gewesen war, holte man dieses Mal einen Trainer der schon im Camp Nou auf der Trainerbank gesessen hat - wenn auch nur auf der für die Gäste. In seinen 15 Monaten als Trainer bei der Borussia aus Mönchengladbach dirigierte er seine Elf in elf Champions League-Spielen. Nachdem Schubert in den ersten Spielen die Gegner ManCity, Juventus und den FC Sevilla erlebte, führte es ihn im Dezember 2016 zum FC Barcelona. Die 0:4-Niederlage war allerdings erst einmal sein letztes Spiel in der Königsklasse.

Doch auch zuvor konnte der 48-Jährige wichtige Eckpunkte für seinen Lebenslauf sammeln, als er zum Beispiel den SC Paderborn in der Saison 08/09 durch die Relegation zurück in die 2. Liga führte - allerdings übernahm er den Trainerposten erst am vorletzten Spieltag von Pavel Dotchev. Außerdem hat er in der vergangenen Saison Eintracht Braunschweig aus einer fast schon aussichtslosen Situation am letzten Spieltag noch in der 3. Liga gehalten. Zwischen diesen beiden Stationen lagen auch noch Engagements bei St. Pauli in Liga zwei, als Sport-Vorstand bei unseren Freunden aus Kassel sowie ein Jahr U15-Trainer beim DFB.


Der neue KSV-Trainer hat also schon mehr als reichlich gesehen uns erlebt im fußballerischen Leistungsbereich. Wie er sich nun als Übungsleiter der Holstein-Kicker zeigen und behaupten wird, bleibt abzuwarten. Adebar hatte bei Bekanntmachung der Verpflichtung ein Runzeln auf der Stirn. Auch wenn die Skepsis immer noch nicht gewichen ist, ist die Stirn dennoch zurzeit wieder etwas glatter geworden. Denn in der Vorbereitung hat man über weite Strecken das Gefühl erhalten, dass der neue Coach auch einen stichhaltigen Plan hat, der die Störche zum Erreichen der Saisonziele - wie diese intern auch immer exakt definiert sein mögen - bringen kann.


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